Berge und Entspannung: Retreat mit Clive Sheridian in den Pyrenäen

Beim letzten Workshop mit Clive haben ich mitbekommen dass er auch weitere Workshops und Retreats gibt. Ohne zu wissen wo es genau stattfindet und wie der Rahmen aussieht habe ich mich für das Retreat in den französischen Pyrenäen angemeldet.

Da waren wir dann: Nach zehn Stunden Fahrt und die letzte Stunde über kurvige Straßen scheinbar am Ende der Welt. Ruhig. Naturbelassen. Wunderschön.
Meiner Meinung nach spiegelt die Website von „Mas Vilalte“ auf den Fotos in keiner Weise wieder wie es wirklich aussieht. Nämlich noch viel, viel schöner. Ein Anwesen über mehrere Terassen und kleine Häuser mit Blick ins Tal und angrenzendem Wald. Liebevoll eingerichteten Zimmern, einem Garten und Naturpool. Phantasischem Essen und Ruhe, Ruhe, Ruhe.

Mein Tag begann mit etwas Wasser ins Gesicht um dann pünktlich um 5.45 Uhr auf dem Kissen zu sitzen. Gestartet wurde mit Meditation, danach unterrichtete Clive jeden Tag Pranayama bis zum Frühstück gegen 8.
Zwischen 10 und 12 gab es dann eine fordernde Yogapraxis, jeden Tag eine kleine Herausforderung für mich beim leckeren Frühstück nicht zu viel zu essen um noch gut praktizieren zu können.
Den Asanas schloss sich das Mittagessen und eine längere Pause an. Um 15.30 Uhr ging es dann weiter mit Satsang (spiritueller Vortrag) dem sich dann wieder Asanas und nochmals Pranayama anschloss. Um 19 Uhr war dann Schluss und ich habe mich jeden Tag aufs Abendessen gefreut.
Wer früh aufsteht geht normalerweise auch früh ins Bett, so waren die Abende mit Gesprächen und ein bisschen Spazieren gehen oder die Hauseigene Sauna nutzen schnell vorbei.

Clive Sheridan Yogaklasse Retreat

Clive Sheridan Yogaklasse beim Retreat

Besonders genossen habe ich die intensive Pranayama-Praxis, sicherlich ein Yoga-Aspekt den ich in meinem eigenen Sardhana am wenigsten verfolge. Bei Clives Anleitungen genieße ich besonders seine ruhige Art einzuführen und die Ansagen zu machen sowie die Auswahl der Techniken die er anbietet.
Durch die zehn Tage hatte ich die Möglichkeit jeden Tag ein bisschen mehr Routine zu bekommen und mich somit auch tiefer sinken zu lassen.
Erstaunlich wie mein Kopf von Tag zu Tag klarer wurde und ich die Muster und Abläufe in meinen Gedanken durch dieses Klarheit mehr und mehr einfach nur noch beobachten konnte.

Die Yogaklassen sind Ashtanga-Inspiriert, also eine Fordernde Yogapraxis bei der ich immer wieder staune was und wie Clive manche Übungen mit über 70 Jahren noch vormachen kann. Er ist offensichtlich der lebende Beweis das Yoga jung und dynamisch hält.
Einige Asanas konnte ich verfeinern und wieder neues dazu lernen, auch hier war es super über die zehn Tage dran bleiben und immer wieder neue Versuche zum Beispiel im Handstand starten zu können. Clive unterrichtet Asanas die in offenen Stunden nicht angesagt werden denn der Großteil der TeilnehmerInnen sind selbst YogalehrerInnen oder haben zumindest eine langjährige eigene Praxis. Genau diese Asanas an die ich mich manchmal in meiner eigenen Praxis alleine auch nicht herantraue fordern mich dann aber nicht nur sondern erweitern regelrecht meinen Horizont.

Clive Sheridan

Clive Sheridan

Zehn Tage Retreat, was bringt das denn? Für mich waren es bewusste zehn Tage ohne Handy, inklusive zwei Tage Schweigen in der Gruppe die ich sehr genossen habe. Als die dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder angefangen haben zu schnattern wurde es dann danach aber um so lauter.

Ich bin mit viel Ruhe zurück gekehrt und durfte ein paar Aspekte wieder neu begreifen, mehr verinnerlichen und verstehen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Die Natur habe ich neben dem Retreat-Programm sehr genossen. Viele Spaziergänge unternommen, bin auf Felsen geklettert und im Naturpool geschwommen. Zehn Tage die Seele baumeln lassen funktioniert bei mir trotz – oder vielleicht gerade wegen – dem straffen Programm sehr gut.